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Schon viele Jahre beobachte und begleite ich die künstlerische Entwicklung von Marie-Claire Feltin und kann ihrer technisch und farblich brillanten Malerei mit großem Vergnügen immer wieder neue Seiten abgewinnen, zumal sich auch bei wiederholter Betrachtung die Freude an ihren luziden Farbschichtungen, ihren delikaten Lineamenten und ihren vieldeutigen Formungen bisher nicht abnutzen konnte. lmmer wieder bewundere ich ihre Fähigkeit, durch lasierend aufgetragene hauchfeine Schichten die Farbe zum Leuchten zu bringen und genieße die Art und Weise, wie sie mit zähem, pastosem Farbauftrag die Farbtöne zum Klingen bringen kann. Vertikal oder diagonal schwingende Linien in kontrastierenden Farben geben weichen, organischen Formen Kontur und lassen kraftvoll strahlende Verdichtungszonen entstehen.
Marie-Claire Feltins Malerei geht von der Figuration aus. Viele Jahre hat sie sich mit den Formen des Leibes und den Beziehungen von Körpern zueinander beschäftigt und diese in einem inzwischen mehr als tausend Werke umfassenden Oeuvre ausgelotet. Ihre Malerei hat sich in den letzten Jahren immer stärker zu einer Abstraktion hin entwickelt, die auf sehr besondere Weise nicht körperlos und auch nicht gestisch-expressiv ist, sondern eine sehr eigenständige und eigenwillige Formung von Bildobjekten erarbeitet. Diese sind sichtbar körperlich, aber eher von den inneren Formen, seinen Organen und den Hohlräumen des Körpers - also dem, was am Körperlichen normalerweise NICHT sichtbar ist - abgeleitet ist. Brigitte Hammer, Kunsthistorikerin |